Vater“freuden“ nr.1

Bedingt durch die Historie der Gesundheit der Schwiegerfamilie, rechneten wir damit das die Gynäkologin einen Tumor in der Gebärmutter der Frau entdecken würde.
Stattdessen wurde eine Verletzung festgestellt. Durch falsche Belastung ist diese des öfteren "beleidigt" worden und hat zu den Beschwerden der Frau geführt.
Und dem Kind gehe es auch gut.

Da hat es uns Beiden die Sprache verschlagen.
Die Frau ist Kindern nicht abgeneigt, ich hingegen möchte nicht mehr als 48 Stunden in deren Beisein verbringen. Ich kann relativ gut mit Kindern umgehen; ich mag unsere Nichten, in der Straßenbahn unterhalten sich fremde Kinder mit mir über Comics und Spielzeug und am Arbeitsplatz kümmere ich mich meist um den Nachwuchs wenn sich die Kinderbetreuung und ein Dienst bei einem Kollegen überschneiden oder ein Fotograf sein Kind am Technikplatz abstellt und dieses dann doch der Mut verlässt, sich unter all den gehetzt wirkenden Technikern aufzuhalten (ich habe ihn auf sein Doctor Who T-Shirt angesprochen und wir waren uns einig das Peter Capaldi ein besseres Drehbuch verdient hätte und von da an war es wieder ok).
Ein paar Jahre nach unserer Hochzeit hatten wir unsere erste große Krise als die Frau erkannte das ich nie einen Kinderwunsch hegte, sondern lediglich durch meinen guten Umgang mit Kindern zu dem Schluss gekommen ist das wir schon welche haben werden. Es brauchte einen Mediator um die Standpunkte des Anderen verständlich zu machen. Dazu kam die niedrige Zahl an Spermien in meinem Ejakulat, welche ich allerdings auf Anraten meines Therapeuten verschwieg; um der Frau die Hoffnung zu lassen; mich allerdings in falsche Sicherheit gewogen hat.

Aber jetzt ist es passiert. Und ich sollte mich ja freuen. Um mich herum freuen sich sie Leute für mich. Wie sehr sie mir damit doch auf die Nerven gehen. Und mit den Glückwünschen kommen die guten Ratschläge und wie sie sie Zeit mit ihrem Nachwuchs trotz der Belastung nicht missen würden. Für mich klingt das nach einer gesellschaftlich indoktrinierten Floskel, besonders wenn es von Personen kommt welche mir z.B. erklären wollen das auf dem Mond Fabriken für Weltraumzeug stehen und Kinder für die Arbeit in diesen entführt und in einer Art Zeitblase gehalten werden damit man sie, natürlich nach einer oberflächlichen Erinnerungsrasur, Momente nach der Entführung wieder in ihr "altes Leben" eingliedert.

Wenn die Schaffung von neuem Leben so großartig ist, wieso kommt es mir dann so vor das mein Leben auf dem Pannenstreifen steht und der Motorclub im besten Fall in 20 Jahren einen Kollegen schicken kann? Wieso bietet dieses Ereignis meiner Depression einen Punkt an dem sie besseren Halt findet?
Der innere Druck war dieser Tage wieder so stark wie seit Jahren nicht mehr und ich habe wieder zum Messer gegriffen und mich selbst verletzt. Auch wenn das Gefühl der Erleichterung nur von kurzer Dauer war, in dem Moment hats gepasst.

Ob dieses Kind mir auch vorwerfen wird wieso wir unbedingt Eltern werden wollten, so wie ich es bei meinen getan habe? Und ob ich dem Kind dann sagen werde das dies auf Gegenseitigkeit beruht?

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