wmdedgt 5/2017

This entry is outside the norm because it is written in my native tongue, german. It is a “What Do You Do The Whole Day?” post that is written for the fifth of every month.

Frau Brüllen fragt was wir am fünften des Monats so treiben, und hier ist meine Antwort.

Der Tag beginnt um 7:30 als mich die Frau auf meinen Wunsch hin weckt. Ich tratsche mit ihr während sie sich auf den Weg in den Arbeitsplatz vorbereitet.
Gegen acht verlässt sie die Behausung; kurz darauf bittet ein Mitarbeiter der Post um Einlass ins Haus. Das Droiden Set zum 40 Jahr Jubiläum von Star Wars mit R2D2 und C-3PO das mir ein Bekannter in Disney World gekauft hat ist da! Nach der anfänglichen Euphorie folgt die Ernüchterung, dem Disney Konzern zu viel Geld für ein nicht gerade tolles Produkt überlassen zu haben. 3PO sieht aus als hätte er geschwollene Lippen und die durch ein paar spritzer braune Farbe angedeutete Witterung des Wüstenplaneten Tatooine wirkt lieblos.
Ich lege die Beiden zu den anderen Star Wars Figuren und wasche mir die Hände in Vorbereitung aufs Frühstück.

Während des Frühstücks bringe ich mein “Logbuch” auf den neuesten Stand und trage ein paar Termine und Arbeitszeiten nach. Währenddessen erhalte ich zwei Anfragen zu einem Spiel das ich auf einer lokalen Flohmarkt Plattform anbiete. Nach der Beantwortung beider Anfragen öffne ich den FeedReader. Hayao Miyazaki scheint anscheinend sein Rezept gegen den Pensionsshock gefunden zu haben: einfach nicht zu arbeiten aufhören. Der Mann hat anscheinend die digitalen Animationstechniken für sich entdeckt und jemand hat eine Dokumentation dazu gedreht. Das Werk heißt Never Ending Man [Link] und wird hoffentlich gut zu The Kingdom Of Dreams And Madness passen, welches Miyazaki-sama bei der Arbeit zu Der Wind Hebt Sich zeigt.

Beim Zähneputzen kommt mir eine Idee: später treffe ich noch jemanden der mir einen der von uns aussortierten Rucksäcke abkaufen möchte. Eigentlich hatte ich geplant den Rucksack in einer Papiertragetasche eines Möbelhauses zu transportieren, doch ich müsste trotzdem mein Werkzeug gesondert in einem zweiten Rucksack mitnehmen. Also habe ich nur das Nötigste in einen Tornister gepackt der klein genug ist um in dem zu verkaufenden Rucksack untergebracht zu werden.

Um zehn mache ich mich für den Tag in der Außenwelt bereit. Zum ersten Mal seit elf Jahren lege ich wieder eine Armbanduhr an. Ein irritierendes Gefühl das mich da durch den Tag begleitet, aber ich lerne den Vorteil nicht immer das Telefon aus der Tasche ziehen zu müssen um die Zeit zu prüfen über den Tag zu schätzen.
Außerdem sieht der Casio Wecker aus, wie aus einer moderneren Version von Dick Tracy.
Als ich mir die Schuhe anziehe meldet sich die ältere Nichte. Sie ist krank und Mike Singer kommt im Herbst wieder in Wien vorbei. Ich nehme an sie möchte mir durch die Blume mitteilen das ich mir da Zeit nehmen soll um sie Begleiten zu können.
Aja, neben einer neuen Uhr trage ich eine neue Jeans; eine mit diesem engeren Schnitt. Schaut gut aus, wird bei längerem sitzen unbequem.

Bevor ich am Arbeitsplatz auftauche, hole ich mir noch schnell den neuen Personalausweis beim Bezirksamt ab. Ich habe ja eine Stunde eingerechnet falls wie bei der Antragstellung ein paar mehr Leute deren Service in Anspruch nehmen; brauche allerdings nur zehn Minuten weil man für die Abholung keine Nummer ziehen muss.
Die gewonnene Zeit nutze ich für einen Spaziergang und beobachte dabei meine Mitmenschen: ein Mann schiebt einen Einkaufswagen beladen mit Ästen über einen Bahnsteig. Er spricht bis auf mich alle anderen Menschen auf dem Bahnsteig an; bei mir kritisiert er die Kopfhörer. Nach dem Bettler der mich dafür kritisiert hat keinen Fünf Euro Schein eingesteckt zu haben ist das vielleicht gar nicht so schlecht; ich habe wieder nur Kleingeld dabei.
Viele Barträger mit Haarknödel sind unterwegs. Einen verwechsele ich durch den beigefarbenen Mantel inklusive Schulterpolster mit einer Tante von mir. Zum Glück sehe ich ihm ins Gesicht bevor ich sie grüßen möchte und fange die Peinlichkeit mit einem Lächeln ab.
Ich beschließe noch schnell ein paar Lebensmittel für den anstehenden Dienst einzukaufen. Die Dame an der Kasse versucht einem älteren Herren klar zu machen das sie kein Stanley Messer (lokaler Begriff für Teppichmesser) hat. Ich muss schmunzeln weil es mich an die Schulzeit erinnert als wir im Werkunterricht ein Stanley Messer bekommen haben und damit einen älteren Herrn bedroht haben welcher sich in den Büschen nahe der Schule aufgehalten hat. Zwei Tage zuvor wurden wir darüber informiert das sich seit einiger Zeit ein älterer Herr in besagten Büschen aufhält und Kinder anspricht.

Trotz Umweg erscheine ich viel zu Früh am Arbeitsplatz. Nutze die Zeit um in Ruhe zu essen. Der Plan wird aber durch den Abteilungsvize durchkreuzt. Der will ein paar Vorschläge für Themen haben welche wir im kommenden Englischkurs abhandeln können. Tenses und Tools fallen mir spontan ein.

Als mein Dienstkollege eintrifft macht er sich erst einmal Luft über seinen Unmut unserem Chef gegenüber. Zurecht. Bei der nächsten Gelegenheit werden wir ihn auf die Probleme in der Abteilung ansprechen und eine Lösung einfordern.

Ein Kollege von der Ton Fraktion klärt mich über die Mythologie hinter Māui, bekannt aus Disney’s Moana, auf. Ich frage mich ob wir jemals einen Disney Film über ihn bekommen der auch seinen Tod abhandelt.

Der Rucksackkäufer verspätet sich, ist aber ein netter Kerl. Wir einigen uns auf einen einen Preis welcher Zwar unter meinen Vorstellungen liegt, aber ich möchte den Rucksack nicht wieder nach Hause mitnehmen und primär geht es darum Platz zu schaffen.

Meine Frau ist so nett und holt mir zwei Pakete vom nächsten Postamt ab. Desinfektionsmittel um meine Zwangsstörung zu befeuern.

Die Show ist schlecht besucht. Da ich mich nur um die Stromversorgung kümmern muss habe ich den Luxus nebenbei die Rogue One blu-ray einlegen zu können und den Kommentar von Red Letter Media zu hören. Der Film ist zu viel des Guten. Aber ich mag die Figuren die dazu erschienen sind.
Nach einem langen Kontrollgang schaue ich noch ein zwei Episoden der koreanischen Version von Midnight Diner. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich diese Version der japanischen Vorziehe oder nicht.

Der Dienst läuft ohne gröbere Probleme ab; ein paar Verständigungsprobleme welche man aber mit “Hand und Fuß” lösen kann.
Der Abbau ist eine halbe Stunde früher zu Ende als geplant und ich gönne mir ein Taxi mit dem Geld vom Rucksackverkauf.
Kurz nach Mitternacht falle ich ins Bett.

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