Vater“freuden“ nr7

Das Kind scheint auf Musik/Geräusche zu reagieren. Wenn die Frau Gitarre spielt und/oder singt verspürt sie ein Kitzeln.
Sogar wenn ich ein improvisiertes Lied über Roboterzähne in Richtung Bauch singe wird darauf reagiert.

Spannend wie ein erst abstraktes Konzept innerhalb kürzester Zeit zu einem erfahrbaren Erlebnis wird. Zumindest für einen von uns.
Die Frage ist nur: Wehrt sich oder geniest das Kind das aurale Erlebnis?

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Altersempfehlung

Für die aktuelle Episode des Force Ghost Coast To Coast Podcast[1] hatte Moderator Brian Salvatore einen sehr speziellen Gast: seine fünfjährige Tochter. Das Gespräch hatte natürlich den einen oder anderen „ist das nicht süß“ Moment, doch hat der Herr Papa ein paar Aussagen seiner Tochter in einem Tonfall der in meinen Ohren zu scharf geklungen hat verbessert.
Das ist nur meine subjektive Empfindung zu einem rein auralen Erlebnis zweier mir fremder Menschen. Trotzdem hat es mir als werdender Vater zwei Dinge vor Augen geführt:

1) man könnte versuchen dem Nachwuchs seine Interessen und Hobbys nicht aufzuerlegen. Natürlich sind diese der erste Schnittpunkt für eine Eltern-Kind Beziehung welche über die Deckung der Grundbedürfnisse hinausgeht, nur sehe ich auch wie sich Menschen über diese Fixierung auseinanderleben.
Mit Star Wars kann ich als Enthusiast allerdings persönlich nachvollziehen wie ungehalten man werden kann wenn dritte dem Hobby nicht die selbe Aufmerksamkeit widmen. Inzwischen habe ich diesen Makel im Griff.

2) Man könnte trotz Enthusiasmus für eine Sache, sachlich genug bleiben um zu erkennen das man dem Nachwuchs noch ein wenig Lebenszeit geben könnte bevor man diesen vor die gesamte Star Wars Geschichte setzt.
Von einem Bekannten aus den USA habe ich erfahren das er mit seinem drei Jahre alten Sohn vor kurzem Episode VII-Das erwachen der Macht geschaut hat. Von diversen anderen Eltern die ähnlich alte Kinder sogar in die Kinos mitgenommen haben weiß man das diese ihren Nachwuchs z.B. durch einen Gang zur Toilette davon abgehalten haben zu sehen wie Ben Solo seinem Vater zeigt wie tief die Schächte der Starkiller Basis waren. Mein Bekannter ist nicht mit dem Sohn auf eine Führung durch die heimischen Sanitäranlagen gegangen; er hat sich eine Version für besorgte Eltern selbst geschnitten. In seiner Version stirbt Han Solo nicht durch die Hand seines Sohnes sondern den Schuss eines Mitglieds der Sturmtruppen.
Aha.
Das Vader Sandleute und später Kinder tötet, die (zu dem Zeitpunkt unbekannte) Tochter für ein Verhör unter Drogen setzt und dem Filius die Hand abtrennt ist ok für ein dreijähriges Kind. Wenn der Sohn den Vater absticht ist die Linie überschritten.
Man kann Kinder schon ernsteres zumuten[2], aber nur weil es in bunten Kostümen und Sci-Fi daherkommt heißt das nicht, das es deswegen für ein Kind geeignet ist. „Es versteht den Kontext nicht.“ ist als Rechtfertigung auch schwach. Ein Kind das sich einmal geschnitten hat wird den durch die Abtrennung eines Körperteils entstehenden Schmerz wahrscheinlich aus der eignen Erfahrung extrapolieren und in einem Gedankenspiel simulieren können.

Ich denke ich habe einfach Angst die ohnehin schon kurze Kindheitsphase meines Nachwuchses durch fehlgeleitete Motivation zu verkürzen/verschwenden.. Ein Aspekt des Elternseins ist das kennenlernen des Menschen der da entstanden ist. Und da stecken ja wieder die Interessen und Talente drin. Wenn diese sich überschneiden ist das großartig in vielen Eltern-Kind Beziehungen in meinem Umfeld wirken diese Gemeinsamkeiten allerdings aufgesetzt, und ich würde mich darauf freuen wenn mein Kind mir etwas neues beibringen würde als auf meiner Basis aufzubauen.


[1] Force Ghost Coast to Coast: Minisode: The Next Generation of Star Wars Fan
[2] Ich habe durch meine „coolen“ Cousins noch vor dem Schuleintritt mehrere Haufen Scheiße gesehen die nicht einmal für deren Alter und Entwicklungsstand geeignet waren. Man kommt durch die Medien heute nicht daran vorbei mit den Kindern die Härten des Lebens zu reflektieren. Dabei wirken die Filme und Comics von damals manchmal wie Dokumentationen aus der Gegenwart.
[3] Seitdem macht mich der Gedanke fertig in meinem Körper gefangen zu sein.

Vater“freuden“ nr6

Anscheinend sind die Bewegungen des Kindes nun erfahrbar.
Und das wirft etwas auf das ich mit einem potentiellen Vater besprochen habe: man kann sich während der Schwangerschaft als Vater schon recht untätig vorkommen.

Dem ist ja nicht so. Im Alltag addiert man einen Handgriff zu seinem Teil der Haushaltsführung ohne es wahrzunehmen. Nicht das die Frau ihre bisherige Belastbarkeit verloren hat; in Ihren Alltag sind neue Wege und Denkprozesse dazugekommen. Es ist ja nicht so als wäre eine Schwangerschaft ein neun Monate langer Krankenstand. Nachher gilt es die Elternzeit zu planen und die Konsequenzen für den Beruflichen Alltag daraus zu bedenken bzw. sich zu verändern. Zu diesen Themen kann man erst mit dem Bedenken beginnen wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.
Derzeit glänze ich in vielen Fällen durch Anwesenheit; als aktiver Zuhörer und Beobachter. Nebenbei stelle ich meine Recherchen an. Man kann sich nicht lückenlos vorbereiten, aber vielleicht die Latenz zwischen Entscheidung und Handlung verkürzen.
Die Frau hat mir gestanden das es bei ihr ähnlich ist. Das Kind ist derzeit etwas abstraktes. Es ist zwar da, wird allerdings nicht als angreifbar wahrgenommen. Nur die hormonellen Umstellungen welche ihrer Haut schlimme Streiche spielen sind als physische Manifestationen des heranwachsenden Menschen wahrzunehmen.
Wir arbeiten beide derzeit nur Listen ab und klären weitere Vorgehensweißen ab sobald die erwähnten Fakten dies zulassen.

„Man behandelt sie Sache also wie die Kaufentscheidung für eine neue Konsole?“ hat mich der potentielle Vater gefragt.
„Nur das du keine Entscheidung triffst, sondern nur Platz schaffst.“ war meine Antwort.

professioneller Alltag

Drei Einblicke in meinen beruflichen Alltag

Ich mag die Gespräche mit Vorgesetzten welche von einem immer dieselbe Antwort benötigen. In diesem Fall: Ich bin nicht der Lehrlingsbeauftragte[1].


ich: „Bitte lasst die Stahlseile an den Stricken hängen; ich ziehe beides auf.“
Kollege: „Alles klar.“

Es wird gewerkt, ich warte auf meinen Einsatz.

Kollege: „Sollen wir die Stahlseile am Strick lassen?.“


ich: „Sind deine Schwester und du eigentlich eineiige Zwillinge?“


[1] die Ausbildungsbefähigungsprüfung ist dem Unternehmen zu teuer

wmdedgt 9/17

Frau Brüllen fragt was wir am fünften des Monats so treiben, und hier ist meine Antwort.

Um 4:45 ratscht der Wecker. Zu der Zeit bin ich allerdings schon wach. Ich habe von einem gewissen Tier geträumt vor dem ich fürchterliche Angst habe; und als mein Schlaflager in diesem Traum von ihren übernommen wurde bin ich aufgewacht. Bin liegen geblieben und habe noch gedöst.
Die Frau ist schon um halb drei aufgestanden. Sie hatte ebenfalls einen anstrengenden Traum und konnte danach nicht mehr die für Schlaf notwendige Ruhe finden.
Wir haben miteinander gefrühstückt, Zähne geputzt und es war einer der wenigen Tage an denen wir miteinander das Haus verlassen. Alles ein wenig ruhiger als sonst weil wir Beide noch ziemlich schlaftrunken waren.

Ich habe die lange Route zu meinem Arbeitsplatz genommen. Das hat mir die Zeit gegeben die aktuelle Episode des The Orbiting Pod Podcasts fertig zu hören und meine Aufholjagd mit dem DOOMian Podcast fortzusetzen.

Der Arbeitstag war zäh aber angenehm. Ein Kollege der berechtigterweise seit längerem in einem Stimmungstal residiert hatte seinen ersten Arbeitstag nach seinem Urlaub; und auch wenn ich die Gründe für sein Handeln nachvollziehen kann, kann ich es nicht mehr hören.
Andere Kollegen sind nervös weil ein gewisser online Shooter veröffentlicht wird und sind zu Beginn des Tages nicht ansprechbar. Bessert sich aber im Laufe des Tages. Ich kann nicht begreifen wieso manche Leute einerseits neues und überraschendes fordern während sie sich Stundenlang erzählen lassen worum es gehen könnte bzw. es definitiv gehen wird; später beschweren sie sich über die mangelnde Originalität des Werkes.
Die neue Auszubildende ist cool. Eine 40 jährige Quereinsteigerin welche allerdings technisches Wissen mitbringt und im Vergleich zu den 20 jährigen Burschen welche wir bisher hatten angenehm selbstsicher ist. Der Wegfall der „menschlichen Komponente“ (bei der ältere Kollegen meinen ihre Lebensweisheiten ungefragt verkünden obwohl sie schon vor Jahren damit aufgehört haben der Realität Guten Morgen zu sagen) nimmt da viel Spannung heraus.

Auf dem Weg nach Hause hole ich ein Paket ab. Die Dame im Paketshop freut sich darüber das ich ihr anbiete die Sendung aus dem Regal zu holen weil ich sie bereits aus dem Augenwinkel gesehen habe.

Zu Hause verbringe ich eine Stunde mit der Frau. Die ist fertig vom fehlenden Schlaf. Wir unterhalten uns über den Entwicklungsstandes des Nachwuchs. Inzwischen könnte dieser unsere Stimmen wahrnehmen. Ich nehme mir vor weniger zu schimpfen. Auch wenn der Fötus noch nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügt könnte man es doch als Chance nutzen die eigene Sprache ein wenig zu polieren. Den Dialekt möchte ich nicht los werden, aber weniger blumig könnte er werden.

Abends nehme ich an der Selbshilfegruppe teil. Wir sind weniger als sonst und ein Teilnehmer öffnet sich mir gegenüber weiter als bisher. Aber ich halte mich mit Vorschlägen und Kommentaren zurück. Dazu möchte ich das Gehörte erst verinnerlichen. In dem Moment hatte es sich angefühlt als wäre eine mögliche Antwort nur Kritik, und davon haben wir in der Gruppe schon genug gehört.

Auf dem Weg nach Hause schreibt mir die Frau schreibt mir das sie ins Bett muss. Sie wollte damit warten bis ich zurück bin, ich hatte damit gerechnet das sie früher zu Bett geht.
Ich esse eine Kleinigkeit (nach dem Frühstück meine einzige Mahlzeit an diesem Tag, es wird Zeit an meiner Essstörung zu arbeiten) und lese mich durch den RSS Sammler. Im Hintergrund läuft die Höhle der Löwen; eine der Investitionssuchenden Gruppen besteht aus einer Mutter welche als Autodidakt ein Gerät zur externen Gleichgewichtsmessung für ihre Tochter entwickelt hat. Sie erzählt von den Beratungsgesprächen im Fachmarkt und ich erinnere mich an meine Zeit als Verkäufer in einem solchen und wie mürrisch ich solchen Kunden gegenüber wurde.

Gegen 23 Uhr lege ich mich ins Bett und lasse mich von Final Fantasy XIV-Dad Of Light einlullen.