wenn der Thronerbe einmal fuchtelt

Als Little Red Corvette im Radio gespielt wurde war ich überrascht über die schlechte Qualität der Wiedergabe. „Nm, Radio.“ war meine Rechtfertigung.
Später dachte ich mir ich nutze die Zeit alleine und werfe das Medienwiedergabegerät des Vertrauens an um wieder einmal ein wenig mehr von Prince zu hören. Also 1999 ausgewählt und zu meiner Überraschung klingt meine Kopie der Nummer ebenfalls komisch; übersteuert. Die CD konnte ich nicht mehr zum Vergleich heranziehen, wir haben unseren Haushalt auf die notwendigsten physischen Datenträger reduziert, aber ich habe die verlustfreie Kopie der CD. Laut Protokoll ist die Kopie einwandfrei. Sicher kommt der Qualitätsverlust bedingt durch den Wechsel von Schallplatte auf Compact Disc hinzu; aber das ist eine Diskussion die kein Ende nehmen wird und meiner Meinung nach in diesem Fall keine Rolle spielt.

Also habe ich Google’s Verwandten, Duck Duck ein Go für die Suche nach anderen Personen gegeben, welche sich die gleiche Frage stellen: Liegt es an mir oder klingt die Nummer scheiße?
Die Antwort hat mich überrascht. Prince hatte zu dieser Zeit kein Problem damit „im roten Bereich“ aufzunehmen und damit das Signal zu verzerren. Zwar gibt es eine Gruppe von Personen welche verbesserte digitale Kopien einer Schallplattenkopie anbieten, aber ich entschied mich für den „Charme“ des Originals; am Ende der Diskussion ob das Werk eines Künstlers noch ihm gehört nachdem er es der Welt „geschenkt“ hat, stehe ich zwar hinter dem „meine Kinder verziehe ich selbst“ Standpunkt und empfehle dann doch Harmy’s Despecialized Versionen der Krieg der Sterne Trilogie (welche heutzutage als Star Wars vermarktet werden).

Um zum Titel des Eintrags zu kommen; das Video zu Little Red Corvette ist gewohnte Thronfolgerkost, nur tut mir jeder Gitarrist leid der für Prince spielte; weil die Ikone sowieso beinah jeden mit einer Hand im Arsch an die Wand spielen konnte und selbst beim Solo stahl einem der Künstler welcher einmal Prince hieß durch eine Tanzeinlage den Supertrooper.

Vater“freuden“ nr.2: Stilfragen

Ob man schon Kleidung für den Nachwuchs gekauft habe wird von der entfernten Verwandtschaft gefragt.
Man erzählt von den beiden Strampelanzügen welche man unabhängig voneinander erstanden hat: ein Batman’s Kostüm nachempfundener Strampelanzug samt Haube mit den charakteristischen Ohren darauf und ein roter der einem Trikot ähnelt; Mücke 63 steht in Anlehnung auf den Film mit Bud Spencer darauf.
Die Verwandtschaft sieht sich in ihrer Vermutung bestätigt das es ein Junge wird.
Das wissen wir noch nicht antworten wir wahrheitsgemäß.
Wieso kaufen wir Kleidung für einen Jungen wenn das Geschlecht noch unbekannt sei fragt die entfernte Verwandtschaft.
„Weus wurscht is [Weil es egal ist].“ ist die einzige Antwort die mir einfällt und die entfernte Verwandtschaft dazu bringt das Thema als besprochen anzuerkennen.
Was allerdings später am Tag folgte war eine Fotostrecke der vielen exklusiv gefälschten Markenanzüge welche die entfernte Verwandtschaft für deren Enkel gekauft haben.
Meine Eltern versichern mir später das sie die Visitenkarte des exklusiven Kinderbekleidungshändler der entfernten Verwandtschaft vorsichtshalber gleich in der Toilette entsorgt haben; um auf Nummer sicher zu gehen.

Am Folgetag nehme ich die beiden Strampler vom Wäscheständer und frage mich wieviele Scherereien wir wohl noch haben werden weil wir der Meinung sind das es egal ist welche Farbe die Kleidung eines Säuglings hat.
Und wenn mein möglicher Sohn sich eines Tages dafür entscheidet ein Sommerkleid zu tragen weil ihm T-Shirts im Sommer unbequem sind dann soll er das verdammt noch einmal machen dürfen, ohne das jemand meint sich negativ darüber äussern zu müssen.

Weus wurscht is.

Arbeitsplatz Zoo

Nach den Aaskrähen mit denen wir unser Frühstück teilen und den Hamstern welche sich auf der benachbarten Grünfläche niedergelassen haben begrüßten wir in der letzten Woche neuen Mitglieder in unserem „Zoo“: Eichhörnchen.
Es ist schön zu beobachten, wie sich in all dem Grau das Leben eine Möglichkeit schafft zu funktionieren. Wir haben uns nun dazu entschieden den Nussanteil in der Futtermischung zu erhöhen.
Schade ist nur das die Maus Population innerhalb des Unternehmens nach zwei Jahren wieder am steigen ist. Die sind manchmal für Stromausfälle verantwortlich oder bauen ihre Nester in elektrischen Anlagen.
Aber die Futtermischung wird inzwischen in einer Munitionskiste gelagert und der Kollege welcher die Mäuse füttert ist für die nächsten Wochen im Urlaub.

Mannieren

Die Frau und ich haben eine Liste mit den Spitälern in welchen sie sich die Durchführung der Entbindung vorstellen könnte.
Jede der Einrichtungen bieten Betroffenen eine Info Veranstaltung an um sie mit dem Ablauf sowie dem Usus des jeweiligen Hauses vertraut zu machen; und gestern waren wir Beide bei einem dieser Vorträge anwesend.

Was mich zum Titel dieses Eintrags bringt; der Raum in welchem die Veranstaltung stattgefunden hat bietet zwar ausreichend Sitzgelegenheiten um den internen Besprechungen in bequemer Haltung beiwohnen zu können, für eine Gruppe werdender Eltern jedoch nicht.
Was mich verwunderte waren die Herren der Runde welche sich in drei Gruppen unterteilte:

  1. die Sitzengebleiber
  2. die Sitzplatzanbieter
  3. die Sitzplatzverweigerer

Ohne die näheren Umstände zu kennen war ich doch überrascht das die erste Gruppe die meisten Mitglieder hatte.
Man weiß ja nicht über die momentane Konstitution einer Person bescheid, nur weil jemand einer optischen Prüfung nach ok wirkt ist dies eben nur die Annahme durch einen Fremden und bedingt durch den Wetterwechsel waren da sicher nicht alle Personen in Top Zustand. Schwangere haben es aber auch nicht leicht und mir hat das Bild in dem Besprechungsraum doch zu denken gegeben.

Vater“freuden“ nr.1

Bedingt durch die Historie der Gesundheit der Schwiegerfamilie, rechneten wir damit das die Gynäkologin einen Tumor in der Gebärmutter der Frau entdecken würde.
Stattdessen wurde eine Verletzung festgestellt. Durch falsche Belastung ist diese des öfteren "beleidigt" worden und hat zu den Beschwerden der Frau geführt.
Und dem Kind gehe es auch gut.

Da hat es uns Beiden die Sprache verschlagen.
Die Frau ist Kindern nicht abgeneigt, ich hingegen möchte nicht mehr als 48 Stunden in deren Beisein verbringen. Ich kann relativ gut mit Kindern umgehen; ich mag unsere Nichten, in der Straßenbahn unterhalten sich fremde Kinder mit mir über Comics und Spielzeug und am Arbeitsplatz kümmere ich mich meist um den Nachwuchs wenn sich die Kinderbetreuung und ein Dienst bei einem Kollegen überschneiden oder ein Fotograf sein Kind am Technikplatz abstellt und dieses dann doch der Mut verlässt, sich unter all den gehetzt wirkenden Technikern aufzuhalten (ich habe ihn auf sein Doctor Who T-Shirt angesprochen und wir waren uns einig das Peter Capaldi ein besseres Drehbuch verdient hätte und von da an war es wieder ok).
Ein paar Jahre nach unserer Hochzeit hatten wir unsere erste große Krise als die Frau erkannte das ich nie einen Kinderwunsch hegte, sondern lediglich durch meinen guten Umgang mit Kindern zu dem Schluss gekommen ist das wir schon welche haben werden. Es brauchte einen Mediator um die Standpunkte des Anderen verständlich zu machen. Dazu kam die niedrige Zahl an Spermien in meinem Ejakulat, welche ich allerdings auf Anraten meines Therapeuten verschwieg; um der Frau die Hoffnung zu lassen; mich allerdings in falsche Sicherheit gewogen hat.

Aber jetzt ist es passiert. Und ich sollte mich ja freuen. Um mich herum freuen sich sie Leute für mich. Wie sehr sie mir damit doch auf die Nerven gehen. Und mit den Glückwünschen kommen die guten Ratschläge und wie sie sie Zeit mit ihrem Nachwuchs trotz der Belastung nicht missen würden. Für mich klingt das nach einer gesellschaftlich indoktrinierten Floskel, besonders wenn es von Personen kommt welche mir z.B. erklären wollen das auf dem Mond Fabriken für Weltraumzeug stehen und Kinder für die Arbeit in diesen entführt und in einer Art Zeitblase gehalten werden damit man sie, natürlich nach einer oberflächlichen Erinnerungsrasur, Momente nach der Entführung wieder in ihr "altes Leben" eingliedert.

Wenn die Schaffung von neuem Leben so großartig ist, wieso kommt es mir dann so vor das mein Leben auf dem Pannenstreifen steht und der Motorclub im besten Fall in 20 Jahren einen Kollegen schicken kann? Wieso bietet dieses Ereignis meiner Depression einen Punkt an dem sie besseren Halt findet?
Der innere Druck war dieser Tage wieder so stark wie seit Jahren nicht mehr und ich habe wieder zum Messer gegriffen und mich selbst verletzt. Auch wenn das Gefühl der Erleichterung nur von kurzer Dauer war, in dem Moment hats gepasst.

Ob dieses Kind mir auch vorwerfen wird wieso wir unbedingt Eltern werden wollten, so wie ich es bei meinen getan habe? Und ob ich dem Kind dann sagen werde das dies auf Gegenseitigkeit beruht?