#263-2018

Wieso nennt man Kinder kleine Wesen? Das sind doch Menschen und nicht Orks oder Elfen. Die Aussage ist allerdings auch von jemanden gekommen der -meiner Meinung nach- noch Verstand an der Garderobe abzuholen hat. Aber seit es in meinem Bekanntenkreis aufgekommen ist, fällt es mir immer öfter im Zusammenhang mit meist indirekt ausgeleuchteten Personen auf.
Das liegt aber wahrscheinlich damit zusammen das ich meinem Kind nicht die „Du bist der/die Geilste“ Erziehung angedeihen lassen möchte. Über die letzten Tage sind mir da wieder ein paar Beispiele geliefert worden, welche diesen Standpunkt bestärken. Man meint doch das Menschen sich darüber freuen würden wenn ihnen ein vierstelliger Geldbetrag geschenkt wird.

Nachmittags war endlich Zeit dafür die neue SIM-Karte im Modem meiner Eltern einzurichten. Bei der Gelegenheit habe ich mir die „Smart“-Funktionen deren Fernsehers angeschaut. Die meisten Apps und Funktionen sind verwaist; lediglich die Kinderfernsehen App schickt einen zur Investitionsmöglichkeit deines Lebens. Wir besachwalten Menschen weil sie einmal zu oft ein Glas vom Tisch gestossen haben, aber gefährliches Gerät händigen wir ohne Befähigungsnachweis aus.
Andererseits, ein großer Teil der Bevölkerung meinte auch die Buberlpartie[1] vom Haider-Papa[2] wird uns universellen Wohlstand und Gerechtigkeit bringen.

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  1. Buberlpartie |wikipedia.org
  2. Jörg Haider | wikipedia.org
  3. Beidl |wiktionary
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#262-2018

Ich entschuldige mich für die Verwendung des Worts „Gscheitling“; es ist in nicht beleidigend gemeint. Ich lasse es stehen, um der momentanen Verzweiflung gerecht zu werden.

Ich möchte nicht mehr essen. Soylent[2]ist inzwischen keine Alternative mehr -was bei dem Produktnamen vorweggenommen wird[3]. Der soziale Aspekt von Mahlzeiten ist mir persönlich egal, wenn ich zu Hause bin sitze ich dabei wenn Frau und Kind essen und schaue begeistert zu.
Bevor ein Gscheitling auf die Idee mit dem Rhythmus kommt: man arbeitet bis vier Uhr -nein, nicht 16 Uhr-, dann steht wieder um 15 Uhr am Arbeitsplatz und am kommenden Tag um sieben und am nächsten Tag wieder in der Nacht und es gibt keinen Rhytmus.
Wir arbeiten nicht alle im Großraumbüro; mit Wochenenden und Feiertagen. Die Realität des Großraumbüros muss ja auch von jemanden am funktionieren gehalten werden.
Lange Beschwerde ohne Sinn, ich verzweifle gerade an meinem Körper.

Abends war ich bei einem Burn-Out/Belastung am Arbeitsplatz Seminar mit Einzelcoaching. War ein spannender Vorgang; vor allem die neurologischen Erkenntnisse. Es ist mir peinlich das immer öfter vergesse an meinem Tellerrand spazieren zu gehen bzw. dabei auch die Augen und Ohren offen zu halten.
Das Einzelgespräch war….durchaus motivierend aber leider auch eine Reihe von Aussagen, die man sich auch aus den diversen Lebenshilfe-Programmen ziehen kann. „Finden sie etwas das sie erfüllt und versuchen sie damit auch finanzielle Bedürfnisse zu stillen.“
Autor kann ich spritzen, sie Blog-Statistik lügt nicht.
Was mich bei dem Satz stört ist die Monetarisierung einer Leidenschaft. Dabei soll ich auch Dinge und Fähigkeiten in Betracht ziehen welche ich bisher nicht für möglich gehalten habe. Ich kann mich ganz super in dunkle Räume zurückziehen und dort Wände anstarren. Nach einer unbestimmten Zeit werde ich dann laut und kehre mit diversen Ideen zurück; würden sie mich dafür bezahlen?
Aber ich denke ernsthaft nach ob es etwas gibt.
Veränderung ist nur immer ein Risiko wenn man Geld schuldet und ein Kind hat das gerne gefüttert wird.

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  • Ich hatte nicht geplant Mark Russel’s Arbeit an The Lone Ranger zu lesen, aber nach dieser Interviewpassage habe ich es mir anders überlegt.

    What inspired you to choose the invention of barbed wire as a catalyst for the themes and story in “Lone Ranger?”
    MH: It’s the sort of device I love because it’s such a little, seemingly insignificant thing, but it had a massive impact on our way of life. It all but single-handedly destroyed the most iconic image of our national mythology… the cowboy driving a herd of cattle across the prairie. A story about barbed wire is a story about the West destroying the West, in much the same way that our nation’s conservative political and economic institutions fetishize our traditional values of independence and freedom in order to sell us on ideas that are ultimately ruinous to our personal freedom and independence.

    Mark Russel’s The Flintstones und Exit Stage Left: The Snagglepuss Chronicles[1] lege ich auch Leuten nahe welche mit den Hanna-Barbera Figuren nichts anfangen können.
    Mark Russell Heads Out West With “Lone Ranger” |multiveritycomics.com

fußnoten

  1. The Flintstones vol.1 |goodreads.com
    Exit Stage Left: The Snagglepuss Chronicles |goodreads.com
  2. Soylent |wikipedia.org
  3. Soylent Green |wikipedia.org

#261-2018

Als Betroffener kann ich nach der Sichtung diverser Beispiele nur zustimmen: Tätowierungen sind Patientenakten. Zeig mir deine Tinte und ich sage dir wo es weh tut.

Gibt es einen Punkt ab dem man „bewusst“ ist? Wenn man Kirby zuschaut ist da einerseits klar ersichtlich, das da gerade vorgefertigtes Verhalten abgespielt wird um den Körper vorzubereiten. Die Person in der Maschine Körper ist dabei zweiter. Die macht weil sie diesen Drang danach verspürt aber die Sache in keinen Kontext bringen kann. Wenn Kirby uns wahrnimmt, ist ihm bewusst das wir ein paar Tausend Zellteilungen hinter uns haben und obwohl weiter- nicht höher entwickelt sind[1]? Oder fühlt er sich von der Zeit losgelöst; seine Umwelt entwickelt sich, aber er meint in….ambulanter Stasis zu sein.
Ich versuche mich daran zu erinnern ob es einen Punkt gegeben hat, an dem….oh; den hat es gegeben. Das erste Mal als ich mich gefragt habe ob die Anderen echt sind oder ich der einzige Echte bin. Mit dem Gedanken kam auch gleich die Erkenntnis das ein Körper auch ein Gefängnis ist.
„Laut denken“ hilft.

Mister Miracle #11 ist erschienen. Comixology[2] hat die Ausgabe früher freigegeben, also habe ich sie beim Frühstück gelesen.

mister-miracle-11-cover
das Cover lässt auf nichts gutes schließen

Big Barda und Mister Miracle haben in der letzten Ausgabe beschlossen ihren Sohn an Darkseid zu übergeben um den Krieg zu beenden. Jedoch nur zum Schein, der eigentliche Plan ist es, Miracle’s Ziehvater bei der Gelegenheit umzubringen.
Dazu haben sie eine Gemüseplatte mitgebracht.

darkseid-munching

Einerseits wird Darkseid von Zeichner Mitch Gerards immer übergroß dargestellt. Kein Panel scheint seiner Statur und seinem Gewicht standzuhalten. Und dann sieht man wie die Verkörperung allen Übels höflich das Gastgeschenk wahrnimmt.
Genau darin liegt sie Stärke der ganzen bisherigen Erzählung, zwar sind wir an diesem Punkt in der Position zu meinen den Ausgang vorhersagen zu können, der Protagonist hat uns seinen Plan in der letzten Ausgabe verraten, doch dann sind da die Details. Barda und Scott sind nicht wie die üblichen neuen Götter aus Jack Kirby’s Pantheon, sie haben den Olymp verlassen, nicht um den schwächeren zu helfen, sondern um den traumatischen Erlebnissen zu entkommen und die schwächen der Menschen zu ihren Stärken zu machen. Sie versuchen unsere Fähigkeit aus jeder Heilung stärker hervorzugehen sich zu eigen zu machen.
Und deswegen bringen sie eine Gemüseplatte mit wenn sie ihren Sohn an ihren Peiniger übergeben um für Frieden zu sorgen.

Und dann gibt es da noch ein Detail auf einer Doppelseite das mich hoffen lässt:

jack-knight

Jack Knight! Ich sehe das und Will Payton’s Auftauchen in der aktuellen Ausgabe von Justice League als Bestätigung für eine neue Starman Serie. James Robison hat sicher schon Zeit.

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  1. Die Frage ist ob die Anpassungen merkliche Auswirkungen haben.
  2. Comixology europe |comixology.eu

Screenshots aus Mister Miracle #11 (2018), Copyright liegt bei den Rechteinhabern, die Bilder werden zur Ergänzung der Kritik verwendet.

#260-2018

Der professionelle Alltag hat mir wieder einmal gezeigt das man bei uns im Unternehmen nichts können muss. Unsere Batterien sind plötzlich nicht mehr alkalisch und eventuell wiederaufladbar -es handelt sich um Duracell Industrial, bei denen es sich nur um Standardbatterien in großen Mengen handelt.
Und dann fragt man sich wieso die Leute im Fernsehen und auf Projektionen anders ausschauen. „Da läuft sicher eine Software mit.“ ist gemutmaßt worden. Da habe ich mir fest in die Zunge gebissen. Kann natürlich nicht damit zusammenhängen das der Aufnahmewinkel und die Bauweise bzw. die Brennweite des Objektives das Bild beeinflussen; lange Brennweiten lassen alles „näher zusammenrücken“. Licht-Techniker müssen keine technischen Leuchten sein.

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Ui, ein Trailer Tag.Der Trailer für Stand and Ollie ist draussen. Schaut ein wenig zu sehr nach einer beschönigten Version ihrer Lebensläufe aus. Die Nostalgie wird mir das schon gerade zerren.
Stan and Ollie – Official main trailer |youtube.com

#259-2018

Jeder Raucher in der Abteilung hustet und röchelt; manchmal klingt es wie von einem Dirigenten koordiniert. Wenn ich offen davon spreche, das ich schwarzes Zeug aushuste und diese Berichte deckungsgleich mit denen von anderen Personen sind, sollte man dann nicht meinen, das es sich um ein Plädoyer für den Versuch ein rauchfreies Leben zu führen handelt? Stattdessen hört man „das ist eine Verkühlung die ich in meiner Jugend übertaucht habe“.
Es fällt mir wahrscheinlich nur auf, weil ich etwas über Verdrängung gelesen habe und mich an einen Vormittag erinnert habe, an dem einer der Liebhaberkollegen von einer Sitzung mit den Worten „Die Schüssel schaut aus wie ein Schlachthof.“ zurückgekehrt ist. „Bei mir ist es in letzter Zeit auch öfter ein Nitsch[2].“ war meine Antwort. Ein Kollege hat unsere Verdrängung kommentiert „Bin ich froh das es nicht nur mir so geht.“ Da haben wir uns drei besorgt angeschaut und jeder einen Termin beim Arzt ausgemacht.
Stress war wohl der Auslöser unserer roten Periode.

Beim vorlesen hat Kirby sich erstmals nicht nur für den Anblick, sondern auch die Beschaffenheit des Mediums Buch interessiert. Was ihn begeistert hat war der Unterschied in der haptischen Wahrnehmung zwischen dem glatten Papier des Umschlags und des Rauhen dazwischen.
Ich frage mich ob Doktor Feynman[1] sich darüber amüsiert hätte, das ein Säugling an einem seiner Bücher seinen Tastsinn ausprobiert.

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  • Wenn man etwas sucht worüber man sich Gedanken machen kann.
    Beverages |xkcd.com

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  1. Richard Feynman |wikipedia
  2. Herman Nitsch |wikipedia

#258-2018

Ich habe mich aufwecken lassen damit wir halbwegs früh aus dem Haus kommen. Kirby hat eine seiner Ur-Großmütter schon lange nicht mehr gesehen und mein Gewissen hat damit begonnen mich deswegen zu beißen.
Er hat ihr gezeigt was er alles seit deren letzten Treffen dazugelernt hat und war generell ein sehr liebenswürdiger zu Erziehende.

Den Umbau der Abstellkammer habe ich mir noch einmal angeschaut. Ich war mir wegen der Funktion des Zeitrelais[1] nicht sicher. Tatsächlich, der Schalter des Relais ist immer wieder abgefallen. Des Rätsels Lösung: die Funktion muss auf RV wie Rückfallverzögert gestellt werden; dann funktioniert die Sache auch.

Ein Fernsehfilm -wir nennen sie In unserem Haushalt „Gacki-Filme“, aber man kann filmische Grundlagen bei denen lernen- hat uns etwas aufgezeigt das wir in dem Moment für übertrieben gehalten haben, dann aber doch in der Realität funktioniert hat: die Figur im Film hat das selbe Aufnahmegerät welches ich habe dafür verwendet, ihren Herzschlag durch das Anlegen der Mikrofonkapseln an ihre Brust aufzunehmen. Natürlich war das Ergebnis so klar, das man die einzelnen Herzkammern hören konnte. Zwei Minuten später bin ich im Bad gestanden und musste feststellen das es funktioniert. Nicht so großartig wie im Film aber unter den richtigen Vorraussetzungen möglich.

fußnoten

  1. Zeitrelais |wikipedia

#257-2018

Bei einem Einkauf für Kirby sind wir an einem Spielzeugfachhändler vorbeigekommen. „Die haben sicher die dritte Garnitur Solo 3.75 Zoll Figuren.“ habe ich gesagt. Aber Action-Figuren sind im stationären Verkauf verstorben. Das Geschäft macht man mit Lego, Säuglingsruhigstellungs-Zeug und Nerf Waffen.

Für eine Zeit lange bin ich Trainer gewesen. Fragt mich nicht wie, die ältere Nichte hat uns eingeladen, dann wurden wir kurz vor dem ankommen darüber informiert das sie ein paar Freundinnen dabei hat mit denen sie für einen Bewerb kommende Woche trainiert; auf Anfrage der Nichte habe ich ihnen gezeigt wie man einen Handstand macht -ich habe die jungen Damen laufend darauf aufmerksam gemacht das deren Leistung meine nicht nur in den Schatten stellt sondern darin ertränkt- und plötzlich wollte man meine Meinung hören. Der Anti-Sportler hat sieben Europameisterinnen Ratschläge gegeben. Dabei habe ich nur ein wenig Physik hergenommen und mein begrenztes Wissen über den menschlichen Körper quergeschalten. Wir hatten Spaß; Kirby wurde von allen gehalten und gefüttert und die Frau wurde von mir durch ihre Zeit an der Zirkusschule als Co-Trainerin eingespannt. Bei der Frage wie man wohl im Handstand am effektivsten „geht“ ist mir der Schmäh ausgegangen und sie musste übernehmen. Das ich ein paar Sekunden so verweilen konnte war mir unheimlich genug.
Abends hat sich dann wieder meine Schulter gemeldet. Alte Männer sollten sich nur aufgewärmt schnell bewegen.

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